gezeiten - poesie und mehr

der geliebten

...


der blas- und eu-phemieen reiche kette
hab ich geschlungen dir, geliebte, um das bein.
und wenn ich sonst nichts von belang mehr täte,
so könntest du mir kakadu und sperber sein.
erinnre dich der nacht in jenem bette,
als eine spinne alle weißen perlen fraß,
als über dich gebeugt die freundin juliette
zu häupten dir und mir zu füßen saß.
empörte fistelstimmen stelzten aus der mette.
tuberkulinsaft blumte groß auf tisch und wänden.
der mond hing sich ans morgenrot in glatzenglätte
und malte grüne ringel deinen händen.
dann kam der sommer und ein groß gefrette.
auch kranische geruhn, sich hoch zu schneuzen.
und wenn ich dies nicht zu bemerken hätte,
so hätte jenes nichts zu benedeuzen.
nur sollt ich nicht gehabt die telegraphendrätte
zu sehr bewegt nach dir, als schließlich du entschwandest.
denn dieses tatst du in der magensätte
des ersten tags mit dem, den du nicht kanntest.





hugo ball

7.10.07 00:00

Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


marianne / Website (7.10.07 11:39)
'und wenn ich dies nicht zu bemerken hätte,
so hätte jenes nichts zu benedeuzen.'

wie ich diese verspielten ernsthaftigkeiten von hugo ball liebe!

einen schönen sonntag dir und allen, die hier lesen.
marianne


eva (7.10.07 18:59)
ja, die sind wirklich gekonnt, seine eu- und blas-phemieen ...

danke für deine lieben grüße, marianne!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen