gezeiten - poesie und mehr

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das, was geschieht, hat einen solchen vorsprung
vor unserm meinen, daß wirs niemals einholn
und nie erfahren, wie es wirklich aussah.




rainer maria rilke

1.9.07 00:00, kommentieren



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dem schweigen
das wort nehmen


dies eine wort
das denkt
es wäre keines


wortnahme




© reiner kranz

2.9.07 00:00, kommentieren

départ / abschied

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assez vu. la vision s’est rencontrée à tous les airs
assez eu. rumeurs des villes, le soir, et au soleil, et toujours.
assez connu. les arrêts de la vie. – ô rumeurs et visions!
départ dans l’affection et le bruit neufs!


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genug gesehn. das schaun ist allem anschein längst begegnet.
genug gehabt. den lärm der städte, abends, und in der sonne, und allezeit.
genug gehört. das leben stockt. – o geräusche und visionen!
aufbruch voll gefühl und geschrei – neu!




arthur rimbaud

1 Kommentar 3.9.07 00:00, kommentieren

bitte

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weil auf mir, du dunkles auge,
übe deine ganze macht,
ernste, milde, träumerische,
unergründlich süße nacht!
nimm mit deinem zauberdunkel
diese welt von hinnen mir,
daß du über meinem leben
einsam schwebest für und für.




nikolaus lenau

1 Kommentar 4.9.07 00:00, kommentieren

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… und manchmal
blickt das lachen
in die welt
und beginnt
zu weinen ...




© otto lenk

3 Kommentare 5.9.07 00:00, kommentieren

septembermorgen

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im nebel ruhet noch die welt,
noch träumen wald und wiesen:
bald siehst du, wenn der schleier fällt,
den blauen himmel unverstellt,
herbstkräftig, die gedämpfte welt
in warmem golde fließen.




eduard mörike

1 Kommentar 6.9.07 00:00, kommentieren

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nichts
im zirpen der grille sagt
wie bald sie sterben wird




basho

2 Kommentare 7.9.07 00:00, kommentieren