gezeiten - poesie und mehr

...

jeder tag
gibt fort
von seinen gaben, wieder
fingst du lose
fäden aus der luft


nun mußt du warten
auf den anbruch
der nacht


und bevor du schläfst
wirst du fortgegeben haben
was nie dein gewesen




© ecb

6 Kommentare 2.10.07 00:00, kommentieren

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einmal in meinem leben war ich mir bewußt, etwas hohes zu fühlen, etwas liebliches und inniges sagen zu können, aber die zeit hat hat alles nicht sowohl zerstört als verwischt.




marianne willemer

2 Kommentare 1.10.07 00:00, kommentieren

mondlicht

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wie liegt im mondenlichte
begraben nun die welt;
wie selig ist der friede,
der sie umfangen hält!


die winde müssen schweigen,
so sanft ist dieser schein;
sie säuseln nur und weben
und schlafen endlich ein.


und was in tagesgluten
zur blüte nicht erwacht,
es öffnet seine kelche
und duftet in die nacht.


wie bin ich solchen friedens
seit lange nicht gewohnt!
sei du in meinem leben
der liebevolle mond!




theodor storm

3 Kommentare 30.9.07 00:00, kommentieren

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weißt du, o freund, warum wir die zypresse
den baum der freiheit nennen und die lilie
der freiheit blume heißt? wohl hundert arme
von stolzem wuchs hat die zypresse, dennoch
greift sie nicht zu. zehn blütenblätter hat
die lilie, das sind zungen, dennoch redet
sie nicht ein wort. ahnst du, was freiheit ist?




omar khayyam

29.9.07 00:00, kommentieren

carschenna

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wir saßen
schweigend
am see
beobachteten
regentropfen
kreis für kreis
wurden wir
hand in hand
ein klein wenig
älter




© otto lenk

3 Kommentare 28.9.07 00:00, kommentieren

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o gäbs doch sterne, die nicht bleichen,
wenn schon der tag den ost besäumt;
von solchen sternen ohnegleichen
hat meine seele oft geträumt.


von sternen, die so milde blinken,
daß dort das auge landen mag,
das müde ward vom sonnetrinken
an einem goldnen sommertag.


und schlichen hoch ins weltgetriebe
sich wirklich solche sterne ein, -
sie müßten der verborgnen liebe
und allen dichtern heilig sein.




rainer maria rilke

27.9.07 00:00, kommentieren

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woher sind wir geboren?
   aus lieb.
wie wären wir verloren?
   ohn lieb.
was hilft uns überwinden?
   die lieb.
kann man auch liebe finden?
   durch lieb.
was läßt uns lange weinen?
   die lieb.
was soll uns stets vereinen?
   die lieb.
 
 
goethe

3 Kommentare 26.9.07 00:00, kommentieren