du bist der dinge tiefster inbegriff,
der seines wesens letztes wort verschweigt
und sich den andern immer anders zeigt:
dem schiff als küste und dem land als schiff.
rainer maria rilke
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zwei turmuhren schlagen hintereinander,
weil sie sonst widereinander schlagen müßten.
sie vertragen sich wie zwei wahre christen.
es wäre dementsprechend zu fragen;
warum nicht auch die völker
hintereinander statt widereinander schlagen.
sie könnten doch wirklich ihren zorn
auslassen, das eine hinten, das andere vorn.
aber freilich: kleine beispiele von vernunft
änderten noch nie etwas am großen narrenspiele der zunft.
christian morgenstern
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der blas- und eu-phemieen reiche kette
hab ich geschlungen dir, geliebte, um das bein.
und wenn ich sonst nichts von belang mehr täte,
so könntest du mir kakadu und sperber sein.
erinnre dich der nacht in jenem bette,
als eine spinne alle weißen perlen fraß,
als über dich gebeugt die freundin juliette
zu häupten dir und mir zu füßen saß.
empörte fistelstimmen stelzten aus der mette.
tuberkulinsaft blumte groß auf tisch und wänden.
der mond hing sich ans morgenrot in glatzenglätte
und malte grüne ringel deinen händen.
dann kam der sommer und ein groß gefrette.
auch kranische geruhn, sich hoch zu schneuzen.
und wenn ich dies nicht zu bemerken hätte,
so hätte jenes nichts zu benedeuzen.
nur sollt ich nicht gehabt die telegraphendrätte
zu sehr bewegt nach dir, als schließlich du entschwandest.
denn dieses tatst du in der magensätte
des ersten tags mit dem, den du nicht kanntest.
hugo ball
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spiegel sind dazu da, um zu brechen.
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im süddorf brach heut grenzenlos
die pfirsichblüte auf:
ich war davon so sehr gerührt,
weil sie von selber kam.
die sonne sinkt, der nachtwind bläst
und röte füllt den grund:
doch niemand löst das rätsel mir,
für wen sie so geblüht.
bo djü-i
o grille sing,
die nacht ist lang.
ich weiß nicht, ob ich leben darf
bis an das end von deinem sang.
die fenster stehen aufgemacht.
ich weiß nicht, ob ich schauen darf
bis an das end von dieser nacht.
o grille sing, sing unbedacht,
die lust geht hin,
und leid erwacht.
und lust im leid, -
mehr bringt sie nicht, die lange nacht.
max dauthendey
what’s memory but the ash
that chokes our fires that have begun to sink
william butler yeats